Andrew Johnson
(geb. 1808,  † 1875)

17. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Regierungszeit: 1865 – 1869 (zuvor Vizepräsident)
Parteizugehörigkeit: Republikaner (ursprünglich Demokrat)
Heimatstaat: North Carolina (Südstaat)
Haltung zur Sklaverei: pro (Sklavenhalter)

Sohn mittelloser Eltern aus der Südstaaten-Unterschicht ohne jede Schulbildung, Lehrling, dann als selbständiger Schneider geschäftlich erfolgreich. Unter allen amerikanischen Präsidenten ist Johnson eine der bemerkenswertesten, gleichzeitig eine der tragischsten Gestalten: Nach einer stürmischen politischen Karriere als Demokrat zum Gouverneur von Tennessee (1853 - 1857) aufgestiegen und anschließend in den Bundessenat gewählt, hielt er der Union, als sich der Süden unter Führung South Carolinas von ihr lossagte, als einziger Südstaaten-Repräsentant die Treue – teils aus Loyalität gegenüber der Bundesverfassung, teils auch aus persönlichem Haß gegen die reiche Pflanzeraristokratie als treibende Kraft der Sezession. Um auch die Anhänger der Nordstaaten-Demokraten zu gewinnen und seine Wiederwahl zu sichern, trat Abraham Lincoln 1864 mit dem "Kriegsdemokraten" Johnson als Kanditen für die Vizepräsidentschaft an. Dieser erlangte so nach dem gewaltsamen Tod Lincolns überraschend die Präsidentschaft.

Auf diese Weise dazu berufen, nach dem Krieg die Einheit der Nation wiederherzustellen, bemühte sich Johnson, das Ansinnen der radikalen Republikaner auf Rache an den geschlagenen Konföderierten abzuwehren und übermäßige Demütigung zu vermeiden. Der Kongreß dagegen bestand darauf, den gewählten Abgeordneten der Südstaaten den Zutritt zu verweigern, die besiegten Staaten als unterworfenes Feindesland zu behandeln, ihren Bewohnern die Bürgerschaft und das Wahlrecht abzuerkennen. Um sich die Mehrheit zu verschaffen, setzte die radikal-republikanische Fraktion das Wahlrecht für Neger in den Sezessionsstaaten durch, während es im Norden nicht zugestanden wurde. Und um in Ihrem Sinne die Verfassung zu ändern, sorgte ihr Anführer Stevens dafür, einzelne Südstaaten unter der Bedingung zu rehabilitieren, daß sie den Gesetzesvorhaben der Republikaner zustimmen würden. Johnson stemmte sich mit Hilfe seines Vetorechts gegen solche Versuche, die Verfassung der Union auszuhebeln. Daraufhin überzog ihn die radikale Mehrheit mit einem Amtsenthebungsverfahren, das an der Stimme eines einzigen Senators scheiterte. Johnson konnte sich im Amt halten, hatte jedoch keinerlei Chance auf eine Wiederwahl und konnte den Rachefeldzug gegen die Bürger der ehemaligen Konföderation letztlich nicht abwenden.

zurück zur Präsidenten-Tabelle

Alle Präsidenten der USA

1. George Washington (geb. 1732,  † 1799) aus Virginia (Süd) 1789 - 1797 Föderalist
2. John Adams (geb. 1735,  † 1826) aus Massachusetts (Nord) 1797 - 1801 Föderalist
3. Thomas Jefferson (geb. 1743,  † 1826) aus Virginia (Süd) 1801 - 1809 Republikaner *
4. James Madison (geb. 1751,  † 1836) aus Virginia (Süd) 1809 - 1817 Republikaner *
5. James Monroe (geb. 1758,  † 1831) aus Virginia (Süd) 1817 - 1825 Republikaner *
6. John Quincy Adams (geb. 1767,  † 1848) aus Massachusetts (Nord) 1825 - 1829 Republikaner *
7. Andrew Jackson (geb. 1767,  † 1845) aus North Carolina (Süd) 1829 - 1837 Demokrat
8. Martin van Buren (geb. 1782,  † 1862) aus New York (Nord) 1837 - 1841 Demokrat
9. William H. Harrison (geb. 1773,  † 1841) aus Virginia (Süd) 1841 (verstorben) Whig
10. John Tyler (geb. 1790,  † 1862) aus Virginia (Süd) 1841 - 1845 Whig
11. James K. Polk (geb. 1795,  † 1849) aus North Carolina (Süd) 1845 - 1849 Demokrat
12. Zachary Taylor (geb. 1782,  † 1850) aus Virginia (Süd) / Kentucky 1849 - 1850 (verstorben) Whig
13. Millard Fillmore (geb. 1800,  † 1874) aus New York (Nord) 1850 - 1853 Whig
14. Franklin Pierce (geb. 1804,  † 1869) aus New Hampshire (Nord) 1853 - 1857 Demokrat
15. James Buchanan (geb. 1791,  † 1868) aus Pennsylvania (Nord) 1857 - 1861 Demokrat
16. N Abraham Lincoln (geb. 1809,  † 1865) aus Kentucky (Süd) 1861 - 1865 (ermordet) Republikaner
16. S Jefferson Davis (geb. 1808,  † 1889) aus Kentucky (Süd) 1861 - 1865 (Konföderation) Demokrat
17. Andrew Johnson (geb. 1808,  † 1875) aus North Carolina (Süd) 1865 - 1869 Republikaner
18. Ulysses S. Grant (geb. 1822,  † 1885) aus Ohio (Nord) 1869 - 1877 Republikaner
19. Rutherford B. Hayes (geb. 1822,  † 1893) aus Ohio (Nord) 1877 - 1881 Republikaner
20. James A. Garfield (geb. 1831,  † 1881) aus Ohio (Nord) 1881 (ermordet) Republikaner
21. Chester A. Arthur (geb. 1830,  † 1886) aus Vermont (Nord) 1881 - 1885 Republikaner
22. Grover Cleveland (geb. 1837,  † 1908) aus New Jersey (Nord) 1885 - 1889 Demokrat
23. Benjamin Harrison (geb. 1833,  † 1901) aus Ohio (Nord) 1889 - 1893 Republikaner
24. Grover Cleveland (geb. 1837,  † 1908) aus New Jersey (Nord) 1893 - 1897 Demokrat
25. William McKinley (geb. 1843,  † 1901) aus Ohio (Nord) 1897 - 1901 (ermordet) Republikaner
26. Theodore Roosevelt (geb. 1858,  † 1919) aus New York (Nord) 1901 - 1909 Republikaner
27. William H. Taft (geb. 1857,  † 1930) aus Ohio (Nord) 1909 - 1913 Republikaner
28. Woodrow Wilson (geb. 1856,  † 1924) aus Virginia (Süd) 1913 - 1921 Demokrat
29. Warren G. Harding (geb. 1865,  † 1923) aus Ohio (Nord) 1921 - 1923 (verstorben) Republikaner
30. Calvin Coolidge (geb. 1872,  † 1933) aus Vermont (Nord) 1923 - 1929 Republikaner
31. Herbert C. Hoover (geb. 1874,  † 1964) aus Iowa 1929 - 1933 Republikaner
32. Franklin D. Roosevelt (geb. 1882,  † 1945) aus New York 1933 - 1945 (verstorben) Demokrat
33. Harry S. Truman (geb. 1884,  † 1972) aus Missouri 1945 - 1953 Demokrat
34. Dwight D. Eisenhower (geb. 1890,  † 1969) aus Texas 1953 - 1961 Republikaner
35. John F. Kennedy (geb. 1917,  † 1963) aus Massachusetts 1961 - 1963 (ermordet) Demokrat
36. Lyndon B. Johnson (geb. 1908,  † 1973) aus Texas 1963 - 1969 Demokrat
37. Richard M. Nixon (geb. 1913,  † 1994) aus California 1969 - 1974 Republikaner
38. Gerald Ford (geb. 1913) aus Michigan 1974 - 1977 Republikaner
39. James E. „Jimmy“ Carter (geb. 1924) aus Georgia 1977 - 1981 Demokrat
40. Ronald Reagan (geb. 1911) aus Illinois 1981 - 1989 Republikaner
41. George Bush (geb. 1924) aus Massachusetts 1989 - 1993 Republikaner
42. Bill Clinton (geb. 1946) aus Arkansas 1993 - 2001 Demokrat
43. George W. Bush (geb. 1946) aus Texas 2001 - Republikaner

Andrew Johnson
(geb. 1808,  † 1875)

North Carolina-Fahne
Andrew Johnson

17. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Regierungszeit:1865 – 1869 (zuvor Vizepräsident)
Parteizugehörigkeit:Republikaner (ursprünglich Demokrat)
Heimatstaat:North Carolina (Südstaat)
Haltung zur Sklaverei:pro (Sklavenhalter)
  

Sohn mittelloser Eltern aus der Südstaaten-Unterschicht ohne jede Schulbildung, Lehrling, dann als selbständiger Schneider geschäftlich erfolgreich. Unter allen amerikanischen Präsidenten ist Johnson eine der bemerkenswertesten, gleichzeitig eine der tragischsten Gestalten: Nach einer stürmischen politischen Karriere als Demokrat zum Gouverneur von Tennessee (1853 - 1857) aufgestiegen und anschließend in den Bundessenat gewählt, hielt er der Union, als sich der Süden unter Führung South Carolinas von ihr lossagte, als einziger Südstaaten-Repräsentant die Treue – teils aus Loyalität gegenüber der Bundesverfassung, teils auch aus persönlichem Haß gegen die reiche Pflanzeraristokratie als treibende Kraft der Sezession. Um auch die Anhänger der Nordstaaten-Demokraten zu gewinnen und seine Wiederwahl zu sichern, trat Abraham Lincoln 1864 mit dem "Kriegsdemokraten" Johnson als Kanditen für die Vizepräsidentschaft an. Dieser erlangte so nach dem gewaltsamen Tod Lincolns überraschend die Präsidentschaft.

Auf diese Weise dazu berufen, nach dem Krieg die Einheit der Nation wiederherzustellen, bemühte sich Johnson, das Ansinnen der radikalen Republikaner auf Rache an den geschlagenen Konföderierten abzuwehren und übermäßige Demütigung zu vermeiden. Der Kongreß dagegen bestand darauf, den gewählten Abgeordneten der Südstaaten den Zutritt zu verweigern, die besiegten Staaten als unterworfenes Feindesland zu behandeln, ihren Bewohnern die Bürgerschaft und das Wahlrecht abzuerkennen. Um sich die Mehrheit zu verschaffen, setzte die radikal-republikanische Fraktion das Wahlrecht für Neger in den Sezessionsstaaten durch, während es im Norden nicht zugestanden wurde. Und um in Ihrem Sinne die Verfassung zu ändern, sorgte ihr Anführer Stevens dafür, einzelne Südstaaten unter der Bedingung zu rehabilitieren, daß sie den Gesetzesvorhaben der Republikaner zustimmen würden. Johnson stemmte sich mit Hilfe seines Vetorechts gegen solche Versuche, die Verfassung der Union auszuhebeln. Daraufhin überzog ihn die radikale Mehrheit mit einem Amtsenthebungsverfahren, das an der Stimme eines einzigen Senators scheiterte. Johnson konnte sich im Amt halten, hatte jedoch keinerlei Chance auf eine Wiederwahl und konnte den Rachefeldzug gegen die Bürger der ehemaligen Konföderation letztlich nicht abwenden.

zum vorigen Präsidenten <<<zurück zur Präsidenten-Tabelle>>> zum nächsten Präsidenten