Ulysses S. Grant
(geb. 1822,  † 1885)

18. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Regierungszeit: 1869 – 1877
Parteizugehörigkeit: Republikaner
Heimatstaat: Ohio (Nordstaat)
Haltung zur Sklaverei: contra

Sohn eines Lederwarenfabrikanten; Besuch der Militärakademie West Point, anschließend Berufssoldat, nach mehreren Ermahnungen wegen Alkoholmißbrauchs 1854 aus dem Dienst entlassen. Im Zuge des Bürgerkrieges wurde Grant wieder als Offizier in die Armee aufgenommen und im Frühjahr 1864, nach mehreren vergeblichen Versuchen Präsident Lincolns, einen geeigneten Kommandeur für die Nordstaaten-Truppen zu finden, zum Oberbefehlshaber ernannt. Er verschärfte das militärische Vorgehen und billigte auch die kriegsverbrecherischen Gewaltaktionen General Shermans gegen die Zivilbevölkerung des Südens, mit dem Erfolg, daß der führende Südstaaten-General Robert E. Lee im April 1865 im Namen der Konföderation kapitulieren mußte.

Während der Präsidentschaft Andrew Johnsons (1865 - 69) ließ sich der „Kriegsheld“ Grant mehr und mehr ins Lager der radikalen Republikaner ziehen und avancierte zu deren Kandidaten, gegen den kein demokratischer Gegenkandidat eine Chance haben konnte, zumal den Negern im Süden das Wahlrecht zuerkannt, die weiße Südstaaten-Bevölkerung dagegen großenteils am Wählen gehindert worden war. Auf diese Weise zum Präsidenten gewählt, war dann auch die Amtsführung des politischen Laien Grant dermaßen von Korruption und Unfähigkeit geprägt, daß sich ab 1870 sogar namhafte republikanische Radikale gegen ihn wendeten. Der Präsident verschlimmerte die Lage zusätzlich, indem er die reguläre Armee weitgehend aus dem Süden abzog, um sie im Westen gegen Indianer einzusetzen, und das Besatzungsregiment, das die republikanische „Ordnung“ aufrechterhalten sollte, an schwarze Milizen übergab. Als Abwehrreaktion wurde der Ku-Klux-Klan gegründet.

Trotz der schweren Wirtschaftskrise, die Grants Politik heraufbeschworen hatte, wurde er wiedergewählt und blieb bis 1877 im Amt. Sein Versuch, mit der Tradition zu brechen und aus rein finanziellen Gesichtspunkten eine dritte Amtszeit anzustreben, wurde von der eigenen Partei unterbunden. Grant gilt unter allen US-Präsidenten insgesamt als einer der schwächsten, auf jeden Fall aber als der übelste Fall von präsidialer Korruption.

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Alle Präsidenten der USA

1. George Washington (geb. 1732,  † 1799) aus Virginia (Süd) 1789 - 1797 Föderalist
2. John Adams (geb. 1735,  † 1826) aus Massachusetts (Nord) 1797 - 1801 Föderalist
3. Thomas Jefferson (geb. 1743,  † 1826) aus Virginia (Süd) 1801 - 1809 Republikaner *
4. James Madison (geb. 1751,  † 1836) aus Virginia (Süd) 1809 - 1817 Republikaner *
5. James Monroe (geb. 1758,  † 1831) aus Virginia (Süd) 1817 - 1825 Republikaner *
6. John Quincy Adams (geb. 1767,  † 1848) aus Massachusetts (Nord) 1825 - 1829 Republikaner *
7. Andrew Jackson (geb. 1767,  † 1845) aus North Carolina (Süd) 1829 - 1837 Demokrat
8. Martin van Buren (geb. 1782,  † 1862) aus New York (Nord) 1837 - 1841 Demokrat
9. William H. Harrison (geb. 1773,  † 1841) aus Virginia (Süd) 1841 (verstorben) Whig
10. John Tyler (geb. 1790,  † 1862) aus Virginia (Süd) 1841 - 1845 Whig
11. James K. Polk (geb. 1795,  † 1849) aus North Carolina (Süd) 1845 - 1849 Demokrat
12. Zachary Taylor (geb. 1782,  † 1850) aus Virginia (Süd) / Kentucky 1849 - 1850 (verstorben) Whig
13. Millard Fillmore (geb. 1800,  † 1874) aus New York (Nord) 1850 - 1853 Whig
14. Franklin Pierce (geb. 1804,  † 1869) aus New Hampshire (Nord) 1853 - 1857 Demokrat
15. James Buchanan (geb. 1791,  † 1868) aus Pennsylvania (Nord) 1857 - 1861 Demokrat
16. N Abraham Lincoln (geb. 1809,  † 1865) aus Kentucky (Süd) 1861 - 1865 (ermordet) Republikaner
16. S Jefferson Davis (geb. 1808,  † 1889) aus Kentucky (Süd) 1861 - 1865 (Konföderation) Demokrat
17. Andrew Johnson (geb. 1808,  † 1875) aus North Carolina (Süd) 1865 - 1869 Republikaner
18. Ulysses S. Grant (geb. 1822,  † 1885) aus Ohio (Nord) 1869 - 1877 Republikaner
19. Rutherford B. Hayes (geb. 1822,  † 1893) aus Ohio (Nord) 1877 - 1881 Republikaner
20. James A. Garfield (geb. 1831,  † 1881) aus Ohio (Nord) 1881 (ermordet) Republikaner
21. Chester A. Arthur (geb. 1830,  † 1886) aus Vermont (Nord) 1881 - 1885 Republikaner
22. Grover Cleveland (geb. 1837,  † 1908) aus New Jersey (Nord) 1885 - 1889 Demokrat
23. Benjamin Harrison (geb. 1833,  † 1901) aus Ohio (Nord) 1889 - 1893 Republikaner
24. Grover Cleveland (geb. 1837,  † 1908) aus New Jersey (Nord) 1893 - 1897 Demokrat
25. William McKinley (geb. 1843,  † 1901) aus Ohio (Nord) 1897 - 1901 (ermordet) Republikaner
26. Theodore Roosevelt (geb. 1858,  † 1919) aus New York (Nord) 1901 - 1909 Republikaner
27. William H. Taft (geb. 1857,  † 1930) aus Ohio (Nord) 1909 - 1913 Republikaner
28. Woodrow Wilson (geb. 1856,  † 1924) aus Virginia (Süd) 1913 - 1921 Demokrat
29. Warren G. Harding (geb. 1865,  † 1923) aus Ohio (Nord) 1921 - 1923 (verstorben) Republikaner
30. Calvin Coolidge (geb. 1872,  † 1933) aus Vermont (Nord) 1923 - 1929 Republikaner
31. Herbert C. Hoover (geb. 1874,  † 1964) aus Iowa 1929 - 1933 Republikaner
32. Franklin D. Roosevelt (geb. 1882,  † 1945) aus New York 1933 - 1945 (verstorben) Demokrat
33. Harry S. Truman (geb. 1884,  † 1972) aus Missouri 1945 - 1953 Demokrat
34. Dwight D. Eisenhower (geb. 1890,  † 1969) aus Texas 1953 - 1961 Republikaner
35. John F. Kennedy (geb. 1917,  † 1963) aus Massachusetts 1961 - 1963 (ermordet) Demokrat
36. Lyndon B. Johnson (geb. 1908,  † 1973) aus Texas 1963 - 1969 Demokrat
37. Richard M. Nixon (geb. 1913,  † 1994) aus California 1969 - 1974 Republikaner
38. Gerald Ford (geb. 1913) aus Michigan 1974 - 1977 Republikaner
39. James E. „Jimmy“ Carter (geb. 1924) aus Georgia 1977 - 1981 Demokrat
40. Ronald Reagan (geb. 1911) aus Illinois 1981 - 1989 Republikaner
41. George Bush (geb. 1924) aus Massachusetts 1989 - 1993 Republikaner
42. Bill Clinton (geb. 1946) aus Arkansas 1993 - 2001 Demokrat
43. George W. Bush (geb. 1946) aus Texas 2001 - Republikaner

Ulysses S. Grant
(geb. 1822,  † 1885)

Ohio-Fahne
Ulysses S. Grant

18. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Regierungszeit:1869 – 1877
Parteizugehörigkeit:Republikaner
Heimatstaat:Ohio (Nordstaat)
Haltung zur Sklaverei:contra
  

Sohn eines Lederwarenfabrikanten; Besuch der Militärakademie West Point, anschließend Berufssoldat, nach mehreren Ermahnungen wegen Alkoholmißbrauchs 1854 aus dem Dienst entlassen. Im Zuge des Bürgerkrieges wurde Grant wieder als Offizier in die Armee aufgenommen und im Frühjahr 1864, nach mehreren vergeblichen Versuchen Präsident Lincolns, einen geeigneten Kommandeur für die Nordstaaten-Truppen zu finden, zum Oberbefehlshaber ernannt. Er verschärfte das militärische Vorgehen und billigte auch die kriegsverbrecherischen Gewaltaktionen General Shermans gegen die Zivilbevölkerung des Südens, mit dem Erfolg, daß der führende Südstaaten-General Robert E. Lee im April 1865 im Namen der Konföderation kapitulieren mußte.

Während der Präsidentschaft Andrew Johnsons (1865 - 69) ließ sich der „Kriegsheld“ Grant mehr und mehr ins Lager der radikalen Republikaner ziehen und avancierte zu deren Kandidaten, gegen den kein demokratischer Gegenkandidat eine Chance haben konnte, zumal den Negern im Süden das Wahlrecht zuerkannt, die weiße Südstaaten-Bevölkerung dagegen großenteils am Wählen gehindert worden war. Auf diese Weise zum Präsidenten gewählt, war dann auch die Amtsführung des politischen Laien Grant dermaßen von Korruption und Unfähigkeit geprägt, daß sich ab 1870 sogar namhafte republikanische Radikale gegen ihn wendeten. Der Präsident verschlimmerte die Lage zusätzlich, indem er die reguläre Armee weitgehend aus dem Süden abzog, um sie im Westen gegen Indianer einzusetzen, und das Besatzungsregiment, das die republikanische „Ordnung“ aufrechterhalten sollte, an schwarze Milizen übergab. Als Abwehrreaktion wurde der Ku-Klux-Klan gegründet.

Trotz der schweren Wirtschaftskrise, die Grants Politik heraufbeschworen hatte, wurde er wiedergewählt und blieb bis 1877 im Amt. Sein Versuch, mit der Tradition zu brechen und aus rein finanziellen Gesichtspunkten eine dritte Amtszeit anzustreben, wurde von der eigenen Partei unterbunden. Grant gilt unter allen US-Präsidenten insgesamt als einer der schwächsten, auf jeden Fall aber als der übelste Fall von präsidialer Korruption.

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