Bill Clinton
(geb. 1946,  † )

42. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Regierungszeit: 1993 – 2001
Parteizugehörigkeit: Demokrat
Heimatstaat: Arkansas
Haltung zur Sklaverei:

Sohn einer Mittelstandsfamilie; Jura-Studium in Yale und Oxford. William Jefferson Clinton war einer der jüngsten Präsidenten in der Geschichte der USA. Sein frisches Auftreten, Liberalität und wache Intelligenz unterschieden ihn wohltuend von seinen beiden Vorgängern, er erinnerte an John F. Kennedy, den er als Vorbild betrachtete. So wurde seine Wahl nach 12 Jahren „Reaganomics“, republikanischer Wirtschaftspolitik zugunsten der Reichen im Lande, mit großer Erleichterung und der Hoffnung auf soziale Reformen begrüßt. Als Gouverneur von Arkansas hatte er bereits seinen Heimatstaat wirtschaftlich nach vorn gebracht, und tatsächlich sollte er auch als Präsident in dieser Hinsicht nicht enttäuschen: Am Ende der zweiten Amtsperiode waren die Bundesfinanzen saniert, der Haushalt wies einen milliardenschweren Überschuß auf, die Arbeitslosenzahl war auf einem Tiefststand. Weniger erfolgreich war er dagegen bei der Umsetzung seines eigentlichen Sozialprogramms, gerade bezüglich einer allgemeinen Krankenversicherung für alle Bürger.

Außenpolitisch bemühte sich Clinton um ein gutes Verhältnis zu Rußland. Seine Vermittlung zwischen den Kriegsparteien in Jugoslawien war zunächst zögerlich, letztlich aber erfolgreich. Zeitweise schien er sogar den Nahostkonflikt zwischen Israel und den arabischen Nachbarn einer Lösung näherbringen zu können. Insgesamt darf man also von einer vergleichsweise gelungenen Präsidentschaft sprechen, die von einer positiven Stimmung in den USA selbst und von einem freundschaftlichen Verhältnis mit Europa begleitet war. Allerdings war die zweite Wahlperiode von einem privaten Skandal überschattet, der die Öffentlichkeit im Grunde gar nichts hätte angehen müssen, der von Presse und Republikanern aber in einer Weise aufgebauscht wurde, daß die Autorität des Präsidenten schwer beschädigt war und manche Reformvorhaben darüber in den Hintergrund gerieten: die Monica-Lewinsky-Affäre.

Die sexuelle Beziehung Clintons zu der Praktikantin im Weißen Haus wurde von der republikanischen Kongreßmehrheit und einer parteilichen Staatsanwaltschaft ausgenutzt, um ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten anzustrengen. Obwohl die notwendige Zweidrittelmehrheit nicht zustande kam, stand Clinton für den Rest seiner Amtszeit einigermaßen düpiert dar. Die Affäre hat vermutlich sogar noch mit dazu beigetragen, daß sich Clintons Vizepräsident Al Gore bei der Präsidentenwahl des Jahres 2000 nicht klar gegen George Bush Junior durchsetzen konnte.

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Alle Präsidenten der USA

1. George Washington (geb. 1732,  † 1799) aus Virginia (Süd) 1789 - 1797 Föderalist
2. John Adams (geb. 1735,  † 1826) aus Massachusetts (Nord) 1797 - 1801 Föderalist
3. Thomas Jefferson (geb. 1743,  † 1826) aus Virginia (Süd) 1801 - 1809 Republikaner *
4. James Madison (geb. 1751,  † 1836) aus Virginia (Süd) 1809 - 1817 Republikaner *
5. James Monroe (geb. 1758,  † 1831) aus Virginia (Süd) 1817 - 1825 Republikaner *
6. John Quincy Adams (geb. 1767,  † 1848) aus Massachusetts (Nord) 1825 - 1829 Republikaner *
7. Andrew Jackson (geb. 1767,  † 1845) aus North Carolina (Süd) 1829 - 1837 Demokrat
8. Martin van Buren (geb. 1782,  † 1862) aus New York (Nord) 1837 - 1841 Demokrat
9. William H. Harrison (geb. 1773,  † 1841) aus Virginia (Süd) 1841 (verstorben) Whig
10. John Tyler (geb. 1790,  † 1862) aus Virginia (Süd) 1841 - 1845 Whig
11. James K. Polk (geb. 1795,  † 1849) aus North Carolina (Süd) 1845 - 1849 Demokrat
12. Zachary Taylor (geb. 1782,  † 1850) aus Virginia (Süd) / Kentucky 1849 - 1850 (verstorben) Whig
13. Millard Fillmore (geb. 1800,  † 1874) aus New York (Nord) 1850 - 1853 Whig
14. Franklin Pierce (geb. 1804,  † 1869) aus New Hampshire (Nord) 1853 - 1857 Demokrat
15. James Buchanan (geb. 1791,  † 1868) aus Pennsylvania (Nord) 1857 - 1861 Demokrat
16. N Abraham Lincoln (geb. 1809,  † 1865) aus Kentucky (Süd) 1861 - 1865 (ermordet) Republikaner
16. S Jefferson Davis (geb. 1808,  † 1889) aus Kentucky (Süd) 1861 - 1865 (Konföderation) Demokrat
17. Andrew Johnson (geb. 1808,  † 1875) aus North Carolina (Süd) 1865 - 1869 Republikaner
18. Ulysses S. Grant (geb. 1822,  † 1885) aus Ohio (Nord) 1869 - 1877 Republikaner
19. Rutherford B. Hayes (geb. 1822,  † 1893) aus Ohio (Nord) 1877 - 1881 Republikaner
20. James A. Garfield (geb. 1831,  † 1881) aus Ohio (Nord) 1881 (ermordet) Republikaner
21. Chester A. Arthur (geb. 1830,  † 1886) aus Vermont (Nord) 1881 - 1885 Republikaner
22. Grover Cleveland (geb. 1837,  † 1908) aus New Jersey (Nord) 1885 - 1889 Demokrat
23. Benjamin Harrison (geb. 1833,  † 1901) aus Ohio (Nord) 1889 - 1893 Republikaner
24. Grover Cleveland (geb. 1837,  † 1908) aus New Jersey (Nord) 1893 - 1897 Demokrat
25. William McKinley (geb. 1843,  † 1901) aus Ohio (Nord) 1897 - 1901 (ermordet) Republikaner
26. Theodore Roosevelt (geb. 1858,  † 1919) aus New York (Nord) 1901 - 1909 Republikaner
27. William H. Taft (geb. 1857,  † 1930) aus Ohio (Nord) 1909 - 1913 Republikaner
28. Woodrow Wilson (geb. 1856,  † 1924) aus Virginia (Süd) 1913 - 1921 Demokrat
29. Warren G. Harding (geb. 1865,  † 1923) aus Ohio (Nord) 1921 - 1923 (verstorben) Republikaner
30. Calvin Coolidge (geb. 1872,  † 1933) aus Vermont (Nord) 1923 - 1929 Republikaner
31. Herbert C. Hoover (geb. 1874,  † 1964) aus Iowa 1929 - 1933 Republikaner
32. Franklin D. Roosevelt (geb. 1882,  † 1945) aus New York 1933 - 1945 (verstorben) Demokrat
33. Harry S. Truman (geb. 1884,  † 1972) aus Missouri 1945 - 1953 Demokrat
34. Dwight D. Eisenhower (geb. 1890,  † 1969) aus Texas 1953 - 1961 Republikaner
35. John F. Kennedy (geb. 1917,  † 1963) aus Massachusetts 1961 - 1963 (ermordet) Demokrat
36. Lyndon B. Johnson (geb. 1908,  † 1973) aus Texas 1963 - 1969 Demokrat
37. Richard M. Nixon (geb. 1913,  † 1994) aus California 1969 - 1974 Republikaner
38. Gerald Ford (geb. 1913) aus Michigan 1974 - 1977 Republikaner
39. James E. „Jimmy“ Carter (geb. 1924) aus Georgia 1977 - 1981 Demokrat
40. Ronald Reagan (geb. 1911) aus Illinois 1981 - 1989 Republikaner
41. George Bush (geb. 1924) aus Massachusetts 1989 - 1993 Republikaner
42. Bill Clinton (geb. 1946) aus Arkansas 1993 - 2001 Demokrat
43. George W. Bush (geb. 1946) aus Texas 2001 - Republikaner

Bill Clinton
(geb. 1946)

Arkansas-Fahne
Bill Clinton

42. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Regierungszeit:1993 – 2001
Parteizugehörigkeit:Demokrat
Heimatstaat:Arkansas
 
  

Sohn einer Mittelstandsfamilie; Jura-Studium in Yale und Oxford. William Jefferson Clinton war einer der jüngsten Präsidenten in der Geschichte der USA. Sein frisches Auftreten, Liberalität und wache Intelligenz unterschieden ihn wohltuend von seinen beiden Vorgängern, er erinnerte an John F. Kennedy, den er als Vorbild betrachtete. So wurde seine Wahl nach 12 Jahren „Reaganomics“, republikanischer Wirtschaftspolitik zugunsten der Reichen im Lande, mit großer Erleichterung und der Hoffnung auf soziale Reformen begrüßt. Als Gouverneur von Arkansas hatte er bereits seinen Heimatstaat wirtschaftlich nach vorn gebracht, und tatsächlich sollte er auch als Präsident in dieser Hinsicht nicht enttäuschen: Am Ende der zweiten Amtsperiode waren die Bundesfinanzen saniert, der Haushalt wies einen milliardenschweren Überschuß auf, die Arbeitslosenzahl war auf einem Tiefststand. Weniger erfolgreich war er dagegen bei der Umsetzung seines eigentlichen Sozialprogramms, gerade bezüglich einer allgemeinen Krankenversicherung für alle Bürger.

Außenpolitisch bemühte sich Clinton um ein gutes Verhältnis zu Rußland. Seine Vermittlung zwischen den Kriegsparteien in Jugoslawien war zunächst zögerlich, letztlich aber erfolgreich. Zeitweise schien er sogar den Nahostkonflikt zwischen Israel und den arabischen Nachbarn einer Lösung näherbringen zu können. Insgesamt darf man also von einer vergleichsweise gelungenen Präsidentschaft sprechen, die von einer positiven Stimmung in den USA selbst und von einem freundschaftlichen Verhältnis mit Europa begleitet war. Allerdings war die zweite Wahlperiode von einem privaten Skandal überschattet, der die Öffentlichkeit im Grunde gar nichts hätte angehen müssen, der von Presse und Republikanern aber in einer Weise aufgebauscht wurde, daß die Autorität des Präsidenten schwer beschädigt war und manche Reformvorhaben darüber in den Hintergrund gerieten: die Monica-Lewinsky-Affäre.

Die sexuelle Beziehung Clintons zu der Praktikantin im Weißen Haus wurde von der republikanischen Kongreßmehrheit und einer parteilichen Staatsanwaltschaft ausgenutzt, um ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten anzustrengen. Obwohl die notwendige Zweidrittelmehrheit nicht zustande kam, stand Clinton für den Rest seiner Amtszeit einigermaßen düpiert dar. Die Affäre hat vermutlich sogar noch mit dazu beigetragen, daß sich Clintons Vizepräsident Al Gore bei der Präsidentenwahl des Jahres 2000 nicht klar gegen George Bush Junior durchsetzen konnte.

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