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Leitartikel - Was hat der amerikanische Automobil-Magnat Henry Ford mit dem deutschen „Großschriftsteller“ Günter Grass zu tun? Lesen Sie als Einführung zur Geschichte-Seite den Leitartikel.

Leitartikel - Was ist Geschichte?

Was hat der amerikanische Automobil-Magnat Henry Ford mit dem deutschen „Großschriftsteller“ Günter Grass zu tun? Lesen Sie als Einführung zur Geschichte-Seite den Leitartikel , um Antworten auf diese und andere Fragen zu finden.

"Geschichte ist größtenteils
nur Geschwätz." Henry Ford, Industrieller

"Wer gegenwärtig über Deutschland nachdenkt, muß Auschwitz mitdenken."
Günter Grass, Schriftsteller

Dümmliche Vorurteile

Zwei extreme Meinungen über die Bedeutung von Geschichte - von zwei Männern, die mit ihrer eigenen Persönlichkeit und Biographie dahinter stehen. Sie repräsentieren sehr unterschiedliche Perspektiven, die eines jedoch gemeinsam haben: eine sträfliche Verleugnung dessen, was Geschichte wirklich ist oder sein sollte. Äußerungen wie die oben zitierten sind durchaus stellvertretend für die beiden weitverbreitetsten Ansichten darüber, was mit der Geschichte anzufangen, was aus ihr zu folgern sei: Gar nichts, meint die eine Fraktion; Geschichte ist langweilig und unwichtig - Zeitverschwendung, sich mit ihr zu beschäftigen. Das ist die Meinung der meisten ignoranten Menschen, insofern nicht weiter bemerkenswert, könnte man meinen.

Vergangenheitsbewältigung?

Die andere Seite, die der „Mahner und Warner“, weiß dagegen sehr viel mit der Geschichte anzufangen: Indem sie sich die deutsche Geschichte zurechtbogen und auf die zwölf unseligen Jahre des Nationalsozialismus reduzierten, haben „kritische Intellektuelle“ wie Grass, Giordano, Friedman und ihre Mitläufer aus ihr eine wirkungsvolle Argumentationskeule gemacht, mit der sich jeder Ansatz von abweichendem Denken im öffentlichen Leben, in der Politik und im Journalismus mühelos totschlagen läßt. Symptomatisch ist die von Grass selbst geäußerte Motivation dafür, die Versenkung der „Wilhelm Gustloff“ in einem Roman zu beschreiben: um das ‘brisante Thema’ den ‘Neonazis’ wegzunehmen. Will sagen: Die Geschichte darf nicht in falsche Hände geraten, und falsche Hände, das sind außer denen von Herrn Grass selber eigentlich fast alle anderen, denn der Rechtsradikalität verdächtig ist in diesem Lande eigentlich fast alles und fast jeder - außer Herrn Grass und seinen Genossen natürlich. FDP-Politiker, die Ariel Scharons Politik kritisieren - antisemitisch und rechtspopulistisch! Sudetendeutsche, die eine Entschuldigung für die Folgen der Beneš-Dekrete erwarten - unbelehrbare Revanchisten! Deutsch, die meistgesprochene Muttersprache in Mitteleuropa, als gleichberechtigte Hauptsprache der EU neben Englisch und Französisch? - Eine Zumutung angesichts von Auschwitz! Deutschland in den Sicherheitsrat der UNO? - Das wäre ja die Einlösung von Großmachtsphantasien aus schlimmen Zeiten! Eine der Bevölkerungszahl entsprechende Repräsentation im Europa-Parlament und in den Brüsseler EU-Gremien? - Gott bewahre! Das haben wir - mit unserer Geschichte! - uns wahrlich nicht verdient.

Geschichte wiederholt sich nicht

Um nun aber gleich klarzustellen, daß dies keine rechtsradikale Seite ist: An den Verbrechen, deren sich Teile des deutschen Volkes unter Führung des Nationalsozialismus schuldig gemacht haben, gibt es nichts zu entschuldigen oder zu beschönigen oder zu relativieren. Völkermord ist zwar in der Geschichte nichts Einmaliges, auch nicht, Europa mit einem verheerenden Krieg überzogen zu haben, aber das Ausmaß beider Katastrophen geben den deutschen Untaten den traurigen Status ungeheurer Einmaligkeit. An dieser Tatsache kommen auch wir ‘Nachgeborenen’ nicht vorbei, das darf und muß gesagt werden; wenn wir uns als Deutsche bekennen wollen, haben wir für Hitler die geschichtliche Verantwortung zu übernehmen, indem wir das „Dritte Reich“ als unverrückbaren Bestandteil in unser Geschichtsverständnis aufnehmen. Wir können in Wirklichkeit gar nicht anders die Verantwortung übernehmen, als daß wir den Nationalsozialismus endlich historisieren, geschichtlich werden lassen; denn wie könnte ich mich ganz persönlich für etwas zur Rechenschaft ziehen lassen, das ich nicht getan habe, für das ich nichts kann und für das ich mich deshalb auch nicht ent-schuldigen kann?

Die heutigen „Ewiggestrigen“

Genau das aber, daß eine sachliche Sicht der NS-Zeit als Teil unserer Geschichte möglich wird, versuchen die Ewiggestrigen von heute, die schreibend wandelnden ‘Moralischen Gewissen’, zu verhindern. Es geht ja nicht darum, Deutschland vor einer neuen braunen Gefahr zu bewahren: Die Wahlergebnisse, die Bedeutungslosigkeit der bestehenden kleinen Neonazi-Grüppchen, die ganze gesellschaftliche Abgeschlagenheit des rechtsradikalen Spektrums zeigen, daß das heutige Deutschland zu den stabilsten und unanfechtbarsten Demokratien Europas gehört. Und wenn es etwas aus der Geschichte zu lernen gibt, dann mit Sicherheit dies, daß sich Geschichte niemals wiederholen kann. Politische Ereignisse sind an historische Umstände gebunden, und die sind unwiederholbar. Das Gefuchtel mit der Auschwitz-Keule dient demnach dazu, auf ewig einen dunklen (bräunlichen) Schatten auf die deutsche Poltik, auf das deutsche Selbstbewußtsein, auf das Deutschland-Bild im Ausland fallen zu lassen. Das funktioniert mit jeder neuen Generation weniger, weil wir mit wachsendem zeitlichen Abstand zwangsläufig ‘immer unschuldiger’ werden, aber der Möllemann-Friedman-Fall hat gezeigt, daß die Presse, wenn es darauf ankommt, immer noch mit Herrn Grass ‘auf Linie’ ist. Hier wurde, gegen den sonst vom Autor nicht besonders geschätzten Herrn Möllemann gerichtet, Geschichte nicht ‘berücksichtigt’, sondern zum Zweck der Denunziation instrumentalisiert. Die Keule hat in diesem Fall wieder einmal gewirkt, weil die oben angesprochene ignorante Mehrheit der Polemik der „Anständigen“ kein besseres Wissen und kein geschichtliches Selbstbewußtsein mehr entgegenzusetzen hat, nachdem ihr der Blick auf die Geschichte jahrzehntelang durch absichtsvolle Reduzierung verbaut worden ist. Solchen Denunziationen muß entgegengetreten werden - jedoch nicht durch rechten Trotz und dümmliche Propaganda, sondern durch eine unverstellte, vernünftige Sicht auf die ganze deutsche Geschichte!

Stolz, Deutscher zu sein?

Unsere jetzige Lage ist eben nicht allein das Ergebnis eines zwölfjährigen Irrwegs; wir stammen auch, aber nicht nur von Großeltern ab, die Adolf Hitler ‘in Treue fest’ gefolgt sind. Es hat ein deutsches Leben vor dem „Dritten Reich“ gegeben: Trotz der Jahre 1933 bis 1945 gehören zu unseren Vorfahren immer noch die Ahnen (und Vorbilder) unserer Großeltern - nicht nur, aber auch Karl der Große, Walther von der Vogelweide, Nikolaus Kopernikus, Kaiser Maximilian, Martin Luther, Johann Sebastian Bach, Friedrich der Große, Immanuel Kant, Friedrich Schiller, Ludwig van Beethoven, der Freiherr vom Stein, Karl Marx, Otto von Bismarck und Rosa Luxemburg. Dabei sollte nun angesichts von Brahms’ oder Goethes Meisterwerken niemandem vor Stolz die Brust schwellen: Es ist niemandes persönliches Verdienst, daß sie Deutsche waren, so wenig, wie es eigene Leistung ist, selber als Deutscher geboren worden zu sein. Doch wie wir uns Albrecht Dürers nicht zu rühmen haben, so brauchen wir uns als historisch Unbeteiligte Adolf Hitlers auch nicht persönlich zu schämen. Statt unser ‘nationales Gewissen’ mit ihm, für den die meisten heutigen Deutschen sowenig etwas können wie für Friedrich Barbarossa, zu belasten, müssen wir ihn geschichtlich einordnen - wie wir auch das scheinbar so weit zurückliegende Mittelalter und den Dreißigjährigen Krieg als Vorgeschichte, als unbedingte Voraussetzung unseres heutigen Daseins begreifen sollten.

Wissen, wie es eigentlich gewesen ist!

Der Autor möchte mit dieser Internet-Seite einen bescheidenen Beitrag dazu zu leisten - nach der Maxime der großen deutschen Historiker des 19. Jahrhunderts - herauszufinden, „wie es eigentlich gewesen“ ist. Es soll vor allem gezeigt werden, daß beide oben zitierte Herren sehr unrecht haben: Geschichte ist nicht langweilig und nicht unwichtig, sondern eine faszinierende Fundgrube erstaunlicher Einsichten! Sie ist der Schlüssel zum Verständnis der jetzigen Zeit, ohne sie und ohne das Wissen um sie wäre unsere Gegenwart armselig und rätselhaft. Erst recht ist die deutsche Geschichte vor 1933 oder 1914 kein schwarzes Loch, aus dem man nach Bedarf nur solche Einzelheiten zu Tage fördern darf, die tendenziösen Historikern wie Daniel Goldhagen in ihr boshaftes Geschichtskonzept passen: Dabei kommen solche ‘Erkenntnisse’ heraus, daß z.B. Martin Luther und Friedrich der Große geistige Vorgänger Adolf Hitlers gewesen seien; damit soll insinuiert werden, die Deutschen wären nicht erst seit 1933 mit dem Nazitum kontaminiert worden, sondern die üble Gesinnung sei bei ihnen schon immer angelegt gewesen, quasi als unausrottbare deutsche Erbkrankheit. Solchem verleumderischen Unsinn kann nur entgegentreten, wer aus eigenem geschichtlichen Wissen schöpfen kann! Deshalb: Die Beschäftigung mit der Geschichte ist wichtig - und ich möchte hinzufügen: Sie ist spannender als jeder Kriminalfilm, bewegender als alle ausgedachten Dramen der Literatur. Wer jemals Thukydides oder Schillers „Wallenstein“ gelesen, das Schlachtfeld von Cullodden oder die Baracken von Ausschwitz besucht hat, wer sich einmal von Historikern wie Th. Mommsen oder C. Tacitus hat in den Bann schlagen lassen, der kann es selber nachvollziehen. Er wird sich dann nicht mehr mit billigen, reißerischen Filmchen à la Guido Knopp abspeisen lassen, sondern er wird mehr wissen wollen.

Stefan Jacob

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"Geschichte ist größtenteils
nur Geschwätz.
"
Henry Ford, Industrieller
"Wer gegenwärtig über Deutschland nachdenkt, muß Auschwitz mitdenken."
Günter Grass, Schriftsteller

Dümmliche Vorurteile
Zwei extreme Meinungen über die Bedeutung von Geschichte - von zwei Männern, die mit ihrer eigenen Persönlichkeit und Biographie dahinter stehen. Sie repräsentieren sehr unterschiedliche Perspektiven, die eines jedoch gemeinsam haben: eine sträfliche Verleugnung dessen, was Geschichte wirklich ist oder sein sollte. Äußerungen wie die oben zitierten sind durchaus stellvertretend für die beiden weitverbreitetsten Ansichten darüber, was mit der Geschichte anzufangen, was aus ihr zu folgern sei: Gar nichts, meint die eine Fraktion; Geschichte ist langweilig und unwichtig - Zeitverschwendung, sich mit ihr zu beschäftigen. Das ist die Meinung der meisten ignoranten Menschen, insofern nicht weiter bemerkenswert, könnte man meinen.

Vergangenheitsbewältigung?
Die andere Seite, die der „Mahner und Warner“, weiß dagegen sehr viel mit der Geschichte anzufangen: Indem sie sich die deutsche Geschichte zurechtbogen und auf die zwölf unseligen Jahre des Nationalsozialismus reduzierten, haben „kritische Intellektuelle“ wie Grass, Giordano, Friedman und ihre Mitläufer aus ihr eine wirkungsvolle Argumentationskeule gemacht, mit der sich jeder Ansatz von abweichendem Denken im öffentlichen Leben, in der Politik und im Journalismus mühelos totschlagen läßt. Symptomatisch ist die von Grass selbst geäußerte Motivation dafür, die Versenkung der „Wilhelm Gustloff“ in einem Roman zu beschreiben: um das ‘brisante Thema’ den ‘Neonazis’ wegzunehmen. Will sagen: Die Geschichte darf nicht in falsche Hände geraten, und falsche Hände, das sind außer denen von Herrn Grass selber eigentlich fast alle anderen, denn der Rechtsradikalität verdächtig ist in diesem Lande eigentlich fast alles und fast jeder - außer Herrn Grass und seinen Genossen natürlich. FDP-Politiker, die Ariel Scharons Politik kritisieren - antisemitisch und rechtspopulistisch! Sudetendeutsche, die eine Entschuldigung für die Folgen der Beneš-Dekrete erwarten - unbelehrbare Revanchisten! Deutsch, die meistgesprochene Muttersprache in Mitteleuropa, als gleichberechtigte Hauptsprache der EU neben Englisch und Französisch? - Eine Zumutung angesichts von Auschwitz! Deutschland in den Sicherheitsrat der UNO? - Das wäre ja die Einlösung von Großmachtsphantasien aus schlimmen Zeiten! Eine der Bevölkerungszahl entsprechende Repräsentation im Europa-Parlament und in den Brüsseler EU-Gremien? - Gott bewahre! Das haben wir - mit unserer Geschichte! - uns wahrlich nicht verdient.

Geschichte wiederholt sich nicht
Um nun aber gleich klarzustellen, daß hier in keiner Weise den „Rechten“ das Wort geredet werden soll: An den Verbrechen, deren sich Teile des deutschen Volkes unter Führung des Nationalsozialismus schuldig gemacht haben, gibt es nichts zu entschuldigen oder zu beschönigen oder zu relativieren. Völkermord ist zwar in der Geschichte nichts Einmaliges, auch nicht, Europa mit einem verheerenden Krieg überzogen zu haben, aber das Ausmaß beider Katastrophen geben den deutschen Untaten den traurigen Status ungeheurer Einmaligkeit. An dieser Tatsache kommen auch wir ‘Nachgeborenen’ nicht vorbei, das darf und muß gesagt werden; wenn wir uns als Deutsche bekennen wollen, haben wir für Hitler die geschichtliche Verantwortung zu übernehmen, indem wir das „Dritte Reich“ als unverrückbaren Bestandteil in unser Geschichtsverständnis aufnehmen. Wir können in Wirklichkeit gar nicht anders die Verantwortung übernehmen, als daß wir den Nationalsozialismus endlich historisieren, geschichtlich werden lassen; denn wie könnte ich mich ganz persönlich für etwas zur Rechenschaft ziehen lassen, das ich nicht getan habe, für das ich nichts kann und für das ich mich deshalb auch nicht ent-schuldigen kann?

Die heutigen „Ewiggestrigen“
Genau das aber, daß eine sachliche Sicht der NS-Zeit als Teil unserer Geschichte möglich wird, versuchen die Ewiggestrigen von heute, die schreibend wandelnden ‘Moralischen Gewissen’, zu verhindern. Es geht ja nicht darum, Deutschland vor einer neuen braunen Gefahr zu bewahren: Die Wahlergebnisse, die Bedeutungslosigkeit der bestehenden kleinen Neonazi-Grüppchen, die ganze gesellschaftliche Abgeschlagenheit des rechtsradikalen Spektrums zeigen, daß das heutige Deutschland zu den stabilsten und unanfechtbarsten Demokratien Europas gehört. Und wenn es etwas aus der Geschichte zu lernen gibt, dann mit Sicherheit dies, daß sich Geschichte niemals wiederholen kann. Politische Ereignisse sind an historische Umstände gebunden, und die sind unwiederholbar. Das Gefuchtel mit der Auschwitz-Keule dient demnach dazu, auf ewig einen dunklen (bräunlichen) Schatten auf die deutsche Politik, auf das deutsche Selbstbewußtsein, auf das Deutschland-Bild im Ausland fallen zu lassen. Das funktioniert mit jeder neuen Generation weniger, weil wir mit wachsendem zeitlichen Abstand zwangsläufig ‘immer unschuldiger’ werden, aber der Möllemann-Friedman-Fall hat gezeigt, daß die Presse, wenn es darauf ankommt, immer noch mit Herrn Grass ‘auf Linie’ ist. Hier wurde, gegen den inzwischen verstorbenen FDP-Politiker Möllemann gerichtet, Geschichte nicht ‘berücksichtigt’, sondern zum Zweck der Denunziation instrumentalisiert: Israelische Politik gegenüber den Palästinensern zu kritisieren, das ist ein Sakrileg, welches quasi einer Leugnung des Holocaust gleichkommt. Die Keule hat in diesem Fall wie in vielen anderen Beispielen gewirkt, weil die oben angesprochene ignorante Mehrheit der Polemik der selbsternannten „Anständigen“ kein besseres Wissen und kein geschichtliches Selbstbewußtsein mehr entgegenzusetzen hat, nachdem ihr der Blick auf die Geschichte jahrzehntelang durch absichtsvolle Reduzierung verbaut worden ist. Solchen Denunziationen muß entgegengetreten werden - jedoch nicht durch rechten Trotz und dümmliche Propaganda, sondern durch eine unverstellte, vernünftige Sicht auf die ganze deutsche Geschichte!

Stolz, Deutscher zu sein?
Unsere jetziger geschichtlicher Zustand ist eben nicht allein das Ergebnis eines zwölfjährigen Irrwegs; wir stammen auch, aber nicht nur von Großeltern ab, die Adolf Hitler ‘in Treue fest’ gefolgt sind. Es hat ein deutsches Leben vor dem „Dritten Reich“ gegeben: Trotz der Jahre 1933 bis 1945 gehören zu unseren Vorfahren immer noch die Ahnen (und Vorbilder) unserer Großeltern - nicht nur, aber auch Karl der Große, Walther von der Vogelweide, Nikolaus Kopernikus, Kaiser Maximilian, Martin Luther, Johann Sebastian Bach, Friedrich der Große, Immanuel Kant, Friedrich Schiller, Ludwig van Beethoven, der Freiherr vom Stein, Karl Marx, Otto von Bismarck und Rosa Luxemburg. Dabei sollte nun angesichts von Brahms’ oder Goethes Meisterwerken niemandem vor Stolz die Brust schwellen: Es ist niemandes persönliches Verdienst, daß sie Deutsche waren, so wenig, wie es eigene Leistung ist, selber als Deutscher geboren worden zu sein. Doch wie wir uns Albrecht Dürers nicht zu rühmen haben, so brauchen wir uns als historisch Unbeteiligte Adolf Hitlers auch nicht persönlich zu schämen. Statt unser ‘nationales Gewissen’ mit ihm, für den die meisten heutigen Deutschen sowenig etwas können wie für Friedrich Barbarossa, zu belasten, müssen wir ihn geschichtlich einordnen - wie wir auch das scheinbar so weit zurückliegende Mittelalter und den Dreißigjährigen Krieg als Vorgeschichte, als unbedingte Voraussetzung unseres heutigen Daseins begreifen sollten.

Wissen, wie es eigentlich gewesen ist !
Der Autor möchte mit dieser Internet-Seite einen bescheidenen Beitrag dazu zu leisten - nach der Maxime der großen deutschen Historiker des 19. Jahrhunderts - herauszufinden, „wie es eigentlich gewesen“ ist. Es soll vor allem gezeigt werden, daß beide oben zitierte Herren sehr unrecht haben: Geschichte ist nicht langweilig und nicht unwichtig, sondern eine faszinierende Fundgrube erstaunlicher Einsichten! Sie ist der Schlüssel zum Verständnis der jetzigen Zeit, ohne sie und ohne das Wissen um sie wäre unsere Gegenwart armselig und rätselhaft. Erst recht ist die deutsche Geschichte vor 1933 oder 1914 kein schwarzes Loch, aus dem man nach Bedarf nur solche Einzelheiten zu Tage fördern darf, die tendenziösen Historikern wie Daniel Goldhagen in ihr boshaftes Geschichtskonzept passen: Dabei kommen solche ‘Erkenntnisse’ heraus, daß z.B. Martin Luther und Friedrich der Große geistige Vorgänger Adolf Hitlers gewesen seien; damit soll insinuiert werden, die Deutschen wären nicht erst seit 1933 mit dem Nazitum kontaminiert worden, sondern die üble Gesinnung sei bei ihnen schon immer angelegt gewesen, quasi als unausrottbare deutsche Erbkrankheit. Solchem verleumderischen Unsinn kann nur entgegentreten, wer aus eigenem geschichtlichen Wissen schöpfen kann. Deshalb ist die Beschäftigung mit der Geschichte wichtig, und ich möchte hinzufügen: Sie ist spannender als jeder Kriminalfilm, bewegender als alle ausgedachten Dramen der Literatur. Wer jemals Schillers „Wallenstein“ oder Thukydides gelesen, das Schlachtfeld von Cullodden oder die Baracken von Ausschwitz besucht hat, wer sich einmal von Historikern wie Theodor Mommsen oder C. Tacitus hat in den Bann schlagen lassen, der kann es selber nachvollziehen. Er wird sich dann nicht mehr mit billiger Geschichte-Verwurstung la Guido Knopp abspeisen lassen, sondern er wird mehr wissen wollen.

Stefan Jacob


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