Civil War, The [Staffel 1] (Folge 1): Cause, The
(Amerikanische Bürgerkrieg, Der: Ursache, Die)



Film-Nr. 3922 (Fernsehserie)
Originaltitel Civil War, The [Staffel 1] (Folge 1): Cause, The
Deutscher Titel Amerikanische Bürgerkrieg, Der: Ursache, Die
Darsteller Ed Bearss, Dorothy Dix, Shelby Foote, Julie Harris, David McCullough, William H. Seward
Regisseur Ken Burns
Land, Jahr USA 1990
Bild, Ton s/w, Farbe   deutsch
Spielzeit 97 Minuten
Kassette(n) DivX Nr. 0
Handlung
The build-up to war between the North and South, including disputes over slavery, State's rights, and the protests and compromises of the 1800s that finally led to armed conflict in 1861. The war begins and the first battles are chronicled.
Quelle: tv.com.

Opulente, minutiöse Aufarbeitung des amerikanischen Bürgerkrieges, in dem sich Nord- und Südstaatler von 1861 bis 1865 gegenüberstanden. In insgesamt neun Teilen von durchschnittlich 75 Minuten Länge werden Vorgeschichte des Krieges, strategischer Verlauf und die Folgen eindringlich dargestellt, dazu Briefe, Tagebuchaufzeichnungen, Zeitungsmeldungen, Lieder der Zeit, Photographien und die Lebensläufe vieler Beteiligter sowie Interviews mit Historikern der Gegenwart herangezogen.
Durch die ausführliche Beleuchtung der Hintergründe, der Lebens- und Wirtschaftsweisen im Norden wie im Süden, angesichts auch wechselvoller politischer Äußerungen Lincolns, dessen Wahl zum Präsidenten den Süden in die Sezession getrieben hatte, wird deutlich, daß es den Politikern des Nordens durchaus nicht - und erst recht nicht von Anfang an - um die Befreiung der Negersklaven ging. Der Präsident wollte unter allen Umständen die Union zusammenhalten, nach eigener Aussage auch um den Preis, keinen einzigen Neger oder nur einen Teil der schwarzen Bevölkerung aus der Sklaverei zu erlösen. Seine Partei, die erst kürzlich gegründeten "Republikaner", vertrat die Wirtschaftsinteressen des Nordens. Die neu aufkommenden Industriellen und Kapitaleigner in New York und Boston hatten erkannt, daß sich mit Menschen, deren Arbeitskraft zu Hungerlöhnen ausgebeutet wurde, besserer Profit machen ließ als mit Sklaven, für deren Wohlergehen der Eigner persönlich verantwortlich war. Vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht, als Konkurrent und als Markt für die Industrieprodukte des Nordens, mußte der Süden unterworfen werden. Der moralische Deckmantel, sich das idealistische Ziel der Sklavenbefreiung auf die Fahnen des Wirtschaftskrieges zu schreiben, wurde von christlichen Fundamentalisten wie dem blutrünstigen Sklaverei-Gegner John Brown beigesteuert.
Das vierjährige Niederringen der Südstaaten-Konföderation ist bis heute der blutigste von allen Kriegen geblieben, an denen die Vereinigten Staaten beteiligt waren. Der Bürgerkrieg kostete mehr Amerikaner das Leben als Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Koreakrieg, Vietnamkrieg und der Überfall auf den Irak zusammengenommen. Die Folgen waren für den Süden noch über hundert Jahre später spürbar: Bis gegen 1960, als die letzten Veteranen starben, wurde der 4. Juli, der amerikanische Nationalfeiertag, in einigen Südstaaten nicht mehr gefeiert. Die Wirtschaft hat sich von der Überwältigung nie mehr ganz erholt. Der Süden wurde gezwungen, seinen Schwarzen das Wahlrecht einzuräumen, während die Neger im Norden dasselbe Recht nicht erhielten. Für Jahrzehnte wurde die weiße Bevölkerung dem befreiten schwarzen Mob ausgeliefert, der sich marodierend an den geschlagenen Feinden des Nordens für das ihm angetane Unrecht der Sklaverei rächen durfte. Um sich zu wehren, ihre Frauen und ihr Eigentum zu schützen, gründeten Weiße den Ku-Klux-Klan. Das böse Blut der Nachkriegszeit ist bis heute nicht aus dem Süden verschwunden.
Ken Burns' "Civil War" ist eines der eindrucksvollsten Werke, die jemals auf dem Gebiet des Dokumentarfilms unternommen wurden. Lehrreicher, spannender und berührender kann keine Geschichtsstunde sein. Er ist, um mit der Terminologie heutiger amerikanischer Kreuzzügler zu sprechen, die "Mutter aller Dokumentarfilme".
Quelle: Stefan Jacob.
 

(1 Film)

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